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14.9.08

Camping am Meer


Auch wenn es am Samstag Morgen keinen Trail Run gegeben haette, allein der Campingplatz direkt am Strand von Flagler Beach war absolut eine Reise wert.
Hinter uns liegt ein wunderbares Wochenende und der eigentliche Grund fuer die Fahrt nach Norden war Jack's Trail Race, ein 25-km-Lauf im Gamble Rogers State Park.
Doch schon als wir am Freitag Abend unser Zelt aufbauten waren wir sehr positiv ueberrascht von der herrlichen Lage des Platzes. Ohne es zu wissen hatte ich einen Stellplatz direkt gegenueber des Duenenuebergangs zum Strand reserviert und da die untergehende Sonne die leichten Wolken ueber dem Meer rosa zu faerben begann, dazu das blaue Meer und der eigenartig gelb-orangefarbene Sand hinter den Duenen, bot sich uns gleich zu Beginn ein atemberaubendes Schauspiel. Fehlte nur noch eine im Meer untergehende Sonne, aber das kriegt man hier am Atlantik natuerlich nicht geboten.


Durch den Seewind waren die Temperaturen angenehm und da machte es auch nichts aus, dass sich weder Salat noch Spaghetti in Manny's Restaurant in Flager Beach als kulinarische Delikatesse erwiesen. Danach brauchte ich jedenfalls erstmal einen Verdauungsschnaps...

Auf den Liegestuhlauflagen und dicken Schlafsaecken, die wir von zu Hause mitgebracht hatten schliefen wir hart, aber wesentlich besser als auf unserer bloeden Luftmatratze und haetten nicht Wolken den Horizont verdeckt, so haette ich am naechsten Morgen einen noch strahlenderen Sonnenaufgang ueber dem Meer geniessen koennen. Auch so war es ein schoener Morgen, doch er versprach heiss zu werden.
Normalerweise kann ich 25 km in einem Rennen relativ locker in unter zwei Stunden schaffen. In Boston habe ich fuer die ersten 25 km auch nur 1:57 gebraucht.



Jacks Trail Race bestand aus einer etwa 1.5 Meilen (2,4 km) langen Runde im Gamble Roger State Park auf der anderen Seite der Kuestenstrasse. Ich hatte also 10 Runden zu laufen und noch ein Stueck weiter bis zum Ziel. Ausgerechnet hatte ich mir, dass ich eine Runde in unter 12 Minuten schaffen sollte, aber da hatte ich die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Das Terrain bestand aus Sand- und Wiesenwegen, einem Stueck Asphalt und schliesslich einem schmalen, sich wild schlaengelnden, mit Wurzeln uebersaehten Weg durch den Dschungel. Der Lauf fing erst um acht Uhr an. Viel zu spaet um der Hitze zu entgehen, wie man auf der Tabelle unten erkennen kann. Eine einzige Runde schaffte ich unter 12 Minuten, danach ging es immer weiter abwaerts.
Schon bald behandelte ich den Lauf absolut nicht mehr als Rennen, sondern war einfach nur froh es irgendwie hinter mich zu bringen. Mehrfach hielt ich an um zu trinken - sonst mache ich das waehrend des Laufens - und mir Wasser ueber den Kopf zu schuetten. Das einzig Gute war der Wind, doch leider war es im Dschungel windstill. Dafuer gab es dort Schatten, waehrend ein Grossteil der Strecke in der prallen Sonne lag.


Immerhin, nach zwei Stunden, 13 Minuten und 57 Sekunden kam ich dann doch endlich ins Ziel. Wie langsam das Rennen war sieht man daran, dass nur ein Mann und ein Maedchen vor mir waren. Niemand hatte die zwei Stunden geknackt und der naechste Mann war auch noch mal wieder 5 Minuten langsamer als ich.



08:02 27.6°C SE 3.2km/h 17.7km/h 80% 8:04 Runde 1 11:55 min
08:07 27.7°C SE 1.6km/h 9.7km/h 80%
08:12 27.8°C SE 3.2km/h 9.7km/h 80%
08:17 27.9°C ESE 8.0km/h 9.7km/h 80% 8:17 Runde 3 12:29 min (2 war 1 min verlaufen)
08:22 27.9°C ESE 3.2km/h 9.7km/h 80%
08:27 27.8°C SE 1.6km/h 14.5km/h 80%
08:32 27.8°C SE 6.4km/h 16.1km/h 80% 8:30 Runde 4 12:29 min
08:37 27.8°C SSE 8.0km/h 16.1km/h 80%
08:42 27.9°C SE 1.6km/h 16.1km/h 79% 8:42 Runde 5 12:49 min
08:47 28.0°C ESE 1.6km/h 16.1km/h 79%
08:52 28.1°C Calm 16.1km/h 78%
08:57 28.2°C Calm 16.1km/h 77% 8:55 Runde 6 12:44 min
09:02 28.2°C SSE 4.8km/h 8.0km/h 77%
09:07 28.3°C SSE 1.6km/h 11.3km/h 77% 9:08 Runde 7 12:51 min
09:12 28.3°C SE 6.4km/h 14.5km/h 77%
09:17 28.3°C SE 6.4km/h 14.5km/h 77%
09:22 28.3°C SSE 11.3km/h 14.5km/h 77% 9:21 Runde 8 13:20 min
09:32 28.2°C SSE 8.0km/h 16.1km/h 76% 9:34 Runde 9 14:31 min
09:37 28.2°C SE 14.5km/h 16.1km/h 77%
09:42 28.2°C SSE 12.9km/h 16.1km/h 77%
09:47 28.2°C SSE 6.4km/h 16.1km/h 76% 9:48 Runde 10 14:32
09:52 28.2°C SSE 16.1km/h 17.7km/h 76%
09:57 28.2°C SSE 16.1km/h 17.7km/h 76%
10:02 28.2°C SSE 16.1km/h 16.1km/h 76% 10:03 Runde 11 13:34 (Letzte Runde!)
10:07 28.2°C SSE 9.7km/h 17.7km/h 76%
10:12 28.2°C SSE 11.3km/h 17.7km/h 76%
10:17 28.3°C SSE 11.3km/h 17.7km/h 77% 10:17 Runde 12 1:35 (letztes Stueck ins Ziel!)


Jon hatte die ganze Zeit ueber Fotos gemacht, mir Wasser gereicht und mich unterstuetzt und nun wartete er im Ziel auf mich.
War ich froh, dass er da war! Und froh war ich auch, dass ich mich nicht fuer die 50-km-Variante angemeldet hatte, die gleichzeitig statt fand.

Wir verbrachten einen sehr schoenen erholsamen Ferientag am Strand, sprangen nur kurz in den Atlantik wenn es uns zu warm wurde und grillten am Abend unsere Truthahn Burger.



Sonntag Morgen gingen wir noch mal in den Park zum Laufen und machten noch eine schoene 37 km lange Radtour in Ormond Beach, bevor wir wieder nach Hause fuhren.





Ich glaube, ich muss meine Meinung uebers Zelten doch noch mal wieder aendern. Solange ich nicht auf einer Luftmatratze schlafen soll kann es doch sehr gut sein, allemal besser als die Nacht in einem schaebigen Motel an der Autobahnauffahrt oder in einem Gewerbegebiet zu verbringen, kilometerweit vom Strand entfernt.
Ich sag nur: Location, location, location! Und die ist meist am besten, wenn man campt oder in einem Hostel uebernachtet. Gut, dass ich daran mal wieder erinnert worden bin!

3.9.08

Kerstin allein zu Haus

Das Militär ist im Prinzip ein guter und sicherer Arbeitgeber mit Krankenversicherung, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, genug Urlaubstagen im Jahr, die angesammelt werden können. Alle jobbedingten Umzüge werden komplett bezahlt, es gibt eine gute Rente und man kann steuerfrei einkaufen und Einrichtungen wie Bibliothek und Fitness Center kostenlos nutzen.
Doch alle diese Annehmlichkeiten, die gerade in Amerika alles andere als selbstverständlich sind, müssen bezahlt werden. Mit Zeit von der Familie entfernt, gerade wenn es eigentlich am nötigsten wäre zu Hause zu sein.
Um seine Arbeit auch im Falle einer Evakuierung der Base während eines Hurricanes durchführen zu können ist Jon heute Morgen ins Inland abgereist und nun sitze ich hier und warte auf Hanna.

Da ich aber um halb sechs, als er von einem Kollegen abgeholt wurde, sowieso schon mal wach war, konnte ich auch gleich aufstehen, frühstücken - Margitta hatte ganz recht, es läuft einfach besser "mit" - und den mittellangen Lauf in Angriff nehmen.
Mit dynamischen Dehnübungen und fünf Minuten Gehen wärme ich mich auf und laufe um halb sieben los. Was heute mein mittellanger Lauf ist war noch vor ein paar Wochen mein Langer: 12 Meilen oder 19 km stehen auf dem Programm. Heute Abend muss ich Hurricane-Vorbereitungen im Stall treffen, also doch am besten früh morgens laufen.
Ich habe die Strecke so gewählt, dass ich eine große Runde laufe mit vielen Trinkmöglichkeiten und öffentlichen Toiletten unterwegs. Dann brauche ich wenigstens keine Wasserflasche mitzuschleppen.
Mein IPod hat ja schon vor einiger Zeit den Geist aufgegeben, deswegen habe ich meinen alten MP3-Player ausgegraben. Ich dachte schon, der funktioniert auch nicht mehr, aber es fehlt nur das Kabel um ihn mit dem Computer zu verbinden. Muss ich eben die alten Lieder wieder hören. Die erinnern mich an Kalifornien und ich werde immer ganz sehnsüchtig, aber mit Musik läuft es sich doch besser. Jedenfalls habe ich eine wasserdichte Hülle, sogar das Kabel für den Kopfhörer muss man außen einstecken. Da hoffe ich einfach mal, dass das Ding jetzt doch länger hält.
Damit ich es nicht die ganze Zeit in der Hand halten muss trage ich heute mein superluftiges ärmelloses Radlershirt mit Taschen auf dem Rücken. Passt perfekt und ein Gel und Schlüssel kann ich auch noch mitnehmen.
Ich laufe in den Sonnenaufgang, halte oft zum Trinken an, denn es ist warm und schwül aber zum Glück auch windig. Der Wind kühlt mich ein bisschen, aber trotzdem bin ich schon nach wenigen Minuten tropfnass. Nach ein paar Meilen steht mir das Wasser in den Schuhen, aber die Strecke ist schön, teilweise am Indian River entlang und dort sehe ich noch eine andere Läuferin. Es dauert recht lange bis ich sie überholt habe und ich wundere mich, wie flott sie unterwegs ist.
Der Rückweg nach Hause wird mühsam. Ich habe den Forerunner so eingestellt, dass ich nur meinen Puls sehen kann und wie weit ich es noch habe. Mit Zeiten will ich mich mal gar nicht verrückt machen.
Noch zweimal halte ich an Tankstellen an zum Trinken und bin froh, als ich endlich wieder zu Hause bin. Meine Güte, das war ganz schön anstrengend, obwohl ich ziemlich langsam unterwegs war. Das schwüle Wetter macht es eben nicht einfacher.
Dann mein Regenerationsprogramm: Trinken, 15 Minuten Gehen, Gartendusche, statische Dehnübungen.
Die Waage zeigt trotz des vielen Trinkens zwei Kilo weniger an als direkt nach dem Aufstehen. Da sieht man mal, wieviel ich geschwitzt habe!
Mit dem Auto hole ich aus dem nächsten Laden zwei große Säcke Eis, lasse kaltes Wasser in die Badewanne, koche mir einen heißen Kaffee und "genieße" - obenrum warm angezogen und mit einem Apfel, Jogurt und Vollkornkeksen bewaffnet - ein zehnminütiges Eisbad. Ich kann nicht sagen, dass das Spaß macht, aber es hilft unheimlich, die müden Beine zu erfrischen.

Den Rest des Tages verbringe ich bis auf eine kleine Radtour zu Starbucks ganz faul zu Hause. Den Yogakurs schenke ich mir heute mal, denn gleich muss ich noch Sand schüppen, damit mein Brownie es auch bei intensiven Regenfällen einigermaßen trocken hat. Die Hurricane Nacht morgen werde ich auch nicht alleine verbringen, sondern bei meiner Freundin wo auch mein Pferd untergebracht ist, schlafen. Das wäre mir sonst doch ein bisschen zu unheimlich.
Jetzt hoffe ich nur, dass Hanna sich wie vorhergesagt von der "Space Coast" fernhält und keinen Baum auf unser Dach schmeißt. Ich bin ja mal gespannt und freue mich jetzt schon wenn Jon endlich wieder kommt!

29.7.08

Tosohatchee Mountain Bike

Ich brauchte mal eine Abwechslung von den ewig gleichen Radtouren auf der Strasse, bei denen man jedes Mal Angst haben muss, von einem wildgewordenen Touristen ueberfahren zu werden.
Also hab ich mir Jons Mountain Bike ausgeliehen, auf den Truck geladen und bin gleich morgens nach dem Reiten zur Tosohatchee Wildlife Management Area gefahren.


Ich habe den Naturpark ja schon des Oefteren fuer lange Laeufe genutzt, aber ohne GPS wollte ich heute auch nicht und ausserdem war es schon zu heiss zum Laufen.
Ganz neugierig war ich eigentlich auch auf den Verlauf des Florida Trails, eines Wanderwegs von den Everglades nach Georgia, der hier entlang fuehrt und dessen Wanderzeichen ich schon mal bei einem Ausritt gesehen hatte.

Leider war der Weg, den ich auch ohne Schwierigkeiten gefunden habe, nicht fuer einen Mountain Bike Anfaenger geeignet: Zu schmal, zu viele Wurzeln, zu feucht und ueberhaupt kam ich nur im Schneckentempo voran, weil ich alle zwei Minuten absteigen und das Rad ueber ein Hindernis manoevrieren musste. Kombiniert mit sehr gemeinen Moskitoscharen, die sofort auf mich einstuerzten sobald ich anhielt war dieser Weg einfach nicht das Richtige. Ich muss wohl doch noch mal im Winter wiederkommen und hier wandern.

Ich hatte zwar wohlweislich eine lange Strumpfhose ueber die Radlerhose gezogen, aber diese war leider nur blick- und nicht moskitodicht. So geht das natuerlich nicht!

Zum Glueck gibt es aber auch noch andere, zum etwas flotteren Fahren besser geeignete Sand- und Graswege, auf die ich bald ausweichen konnte.


Auch wenn die Powerline Road - wie der Name schon sagt - unter einer Hochspannungsleitung verlaeuft und die Stromdraehte doch ein wenig den ungestoerten Landschaftsgenuss beeintraechtigen kam die Naturbetrachtung trotzdem nicht zu kurz.
Ein Reh stand rechts am Wegrand. Noch bevor ich die Kamera gezueckt hatte war es zwar wieder etwas weiter ins Dickicht gesprungen, verharrte aber in sicherer Entfernung und blickte mich minutenlang neugierig an.

So ein Augenblick macht die ganze Fahrerei doch gleich wieder lohnenswert!
Als wir beide endlich genug hatten vom gegenseitigen Starren konnte ich noch einen netten Film von davonspringenden Reh drehen.


Auf einer Holzbruecke machte ich nach 7,5 Meilen Fahrt Pause. In der prallen Sonne waren keine Moskitos in Sicht, die mich haetten quaelen koennen, aber dafuer eine wunderschoene Wildblumenwiese, die ich wiederum im Bild festhalten musste.




Nur ein Mountain Bike Anfaenger wie ich bringt es fertig, eine Birne unverpackt in der Vordertasche zu transportieren. Das Ergebnis war zwar noch essbar - ALLES ist auf so einer Tour noch essbar - aber leider waren saemtliche andere Sachen in der Tasche in Mitleidenschaft gezogen: Autoschluessel, Handy und Portemonnaie waren mit einem suesslichen klebrigen Saft ueberzogen. Widerlich!

Auch die Wahl der Trinkflasche war nicht besonders geschickt. Ich musste zum Trinken die Kappe abschrauben, weil der Sportverschluss natuerlich total vermatscht war. Sehr intelligent!

Ich folgte der Strasse bis Meile 10 zum St. Johns River. Hier endet sie in einer Kanueinstiegstelle, die mich ploetzlich zu sehr an fruehere Touren auf der Lippe erinnerte.

Ich machte mich auf den Rueckweg und hatte bald wirklich die Nase voll vom Radfahren auf der Sandstrasse. Irgendwie schien mir der Sand auf einmal tiefer und ausserdem hatte ich Gegenwind. Ich wollte nur noch zum Auto zurueck. Meine rechte Hand war trotz Fahrradhandschuhen eingeschlafen und taub.

Dort angekommen konnte ich mich leider nicht mehr wie eigentlich geplant zum Mittagessen an einen der im Schatten liegenden Picknicktische setzen, denn sonst haette ich den Moskitos ein zu leckeres Mahl geboten.
So schnell wir moeglich lud ich das Rad auf die Ladeflaeche des Pickups und machte mich auf den Heimweg. War ich froh ueber die Klimaanlage im Auto!
Insgesamt bin ich 26.3 km gefahren in einer Rekordzeit von 1:48:14. Das lag aber vor allem auch am ersten Teil auf dem Florida Trail, bei dem ich teilweise nur im Schritttempo vorangekommen bin.

Gelaufen bin ich dann natuerlich auch noch am Nachmittag und zwar - als Gegensatz zu so viel Natur am Morgen - auf dem Laufband im Fitness Center. 9,8 km in 50:26 sind es geworden, ein alltaeglicher Lauf, langsamer als gestern aber schneller als noch letzte Woche. Ich kann also zufrieden sein. Leider habe ich durch meine Aufwaerm- und Abkuehlroutine doch glatt das Bauchmuskeltraining verpasst, an dem ich eigentlich noch teilnehmen wollte. Naja, wirklich schlimm finde ich das jetzt auch nicht, muss ich ja ehrlich zugeben...

28.7.08

Nach dem Gewitter

Diese Woche wollte ich mal wieder was anderes ausprobieren und meinen "Stundenplan" ein bisschen umstellen.
Der Mitternachtslauf am Samstag hat ja doch relativ gut geklappt und es auch sehr nett, endlich mal wieder mit Jon zu laufen.

Also bin ich statt morgens frueh zu laufen als allererstes zum Stall gefahren und geritten. Es wurde zwar auch schon heiss, als ich gegen acht aufs Pferd gestiegen bin, aber wenigstens brauchte ich da nicht selber zu laufen, sondern konnte mich tragen lassen und hatte sogar einen Teil der Strecke im schattigen Urwald. Die Sandwege dort sind leider zum Laufen total ungeeignet und scheiden als zu tief aus.
Um halb zehn war Yoga und ich habe es tatsaechlich geschafft, noch rechtzeitig zum Fitness Center zu kommen. Das liegt auf halbem Weg zwischen Reitanlage und zu Hause, also ist es immer sehr praktisch, wenn man beides auf einem Weg erledigen kann.
Nach einer Stunde Dehnen und Kraeftigen konnte ich mich eine Etage tiefer direkt in meinen Bikini schmeissen und ins Freibad springen. Auch wenn die Triathlonsaison fuer mich vorbei ist moechte ich doch auf jeden Fall weiterhin mindestens einmal in der Woche schwimmen gehen. Am liebsten wie auch schon waehrend des Marathontrainings am Montag nach dem langen Lauf am Wochenende. Die 1300m, aufgeteilt in 200m Einschwimmen, 3x300m schnell und 200m Entspannen waren heute genau richtig, nicht zu anstrengend und natuerlich bin ich alles im Bruststil geschwommen. Lustig fand ich es, wie der Pool gesprinkelt wird, um die Wassertemperatur bei 27 Grad einigermassen kuehl zu halten. Bei strahlendem Sonnenschein im "Regen" zu schwimmen hat schon was.


Puenktlich zum Mittagessen war ich wieder zu Hause und konnte mich auch fast direkt schon wieder auf den Weg machen. Ich hatte einen Arzttermin mit Blutabnehmen auf der Base und musste Jons Rennrad zum kostenlosen Check-Up einen Monat nach dem Kauf - eigentlich sind es schon zwei, aber wer will da kleinlich sein? - bringen.
Noch ein bisschen einkaufen fuers Abendessen und ab nach Hause. Der Himmel hatte sich auch schon die ganze Zeit verdunkelt und auf dem Heimweg musste ich dann doch Licht und Scheibenwischer einschalten, denn nun ging der allnachmittaegliche Regen mit Blitz und Donner aufs Land nieder.
Das Gute am Gewitter jeden Tag ist natuerlich, dass sich die Luft abkuehlt und relativ frisch ist. Jedenfalls frischer als den ganzen Tag ueber. Hatte das Thermometer um 14:30 noch 35.1°C angezeigt waren es um 17:40 nur noch 25.7°C.
Die besten Voraussetzungen also zum Laufen.
Ausserdem kam, gerade als ich meine Schuhe aus der Garage holte, Jon nach Hause. Er wollte nur zwei Meilen laufen, also machte ich mich erstmal alleine auf den Weg, denn ich hatte 7 auf dem Plan.
Da ich nicht wusste ob es nochmal gewittern wuerde - jedes Jahr hat Florida Blitztote zu beklagen, mit Gewittern ist hier nicht zu spassen - hatte ich eine 3.2 km lange Route in der Nachbarschaft ausgemessen, die ich dreimal laufen wollte.



Dazu noch eine kuerzere Runde von 2 km und meine Strecke war komplett.
Meine Beine fuehlten sich gut an, das merkte ich gleich. Die 45-Meilen-Radtour von gestern hatte keine Folgen hinterlassen bzw. alle moeglichen Folgen waren durch Yoga und Schwimmen getilgt. Wunderbar!
Und das Beste: Ich wurde immer schneller je laenger ich unterwegs war.
Die erste Runde lief ich in 16:17, die zweite in 16:04 und die dritte Kurzrunde in 9:59.
Inzwischen hatte sich Jon umgezogen und warmgelaufen, ich traf ihn vor unserem Haus und zusammen liefen wir die letzten 2 Meilen. Eigentlich war ich nun schon ein bisschen muede, aber nicht so dass ich es mir zu sehr haette anmerken lassen wollen. Ich konnte tatsaechlichen sein Tempo einigermassen mithalten und so kamen wir nach flotten 15:34 wieder an unserem Briefkasten an.
Wenn man nun bedenkt, dass ich noch vor ein paar Wochen Schwierigkeiten hatte, ueberhaupt sieben Meilen zu laufen, kann man diesen Lauf als vollen Erfolg werten. Ich bin einen 5:01er Schnitt gelaufen und war noch nicht mal voellig kaputt am Ende. Dabei habe ich nur ein einziges Mal zum Trinken angehalten und bin sonst komplett durchgelaufen.
Ausserdem habe ich mein Ziel, sieben Meilen in unter einer Stunde zu schaffen, erreicht und mich die ganze Zeit gut dabei gefuehlt.
Ich glaube, ich bin doch ein "High Mileage Runner". Je mehr Strecke ich in der Woche mache desto leichter faellt mir das Laufen und desto schneller werde ich, auch wenn das erstmal unlogisch klingt. Aber eins freut mich besonders: Ich habe wieder Spass am Laufen! Es werden ganz sicher wieder Laeufe kommen, bei denen ich mich abquaelen muss, aber das heutige Training hat mir wieder neuen Auftrieb gegeben und mir gezeigt, dass ich es doch noch kann. Ich war zwar natuerlich schon mal schneller und konnte mich dabei sogar noch unterhalten, aber ich bin ganz zuversichtlich, dass das auch in Kuerze wiederkommt.
Die Tageszeit, also am spaeten Nachmittag bzw. fruehen Abend ist auch sehr angenehm und ich will versuchen, nun oefter um diese Zeit zu laufen. Dann kann ich naemlich auch wieder oefter mit Jon zusammen!

19.7.08

Nova Road Marathon


Schon wieder so ein irrefuehrender Titel!
Nein, ich bin keinen Marathon gelaufen. Dazu waere ich im Moment ja gar nicht in der Lage.
Ich rede von der 42 km langen Strasse durch Wildnis und Kuhweiden, jede der 26 unsagbar langen Meilen gross und gelb auf den Asphalt gepinselt, die man mit dem Fahrrad nehmen muss um nach St. Cloud zu kommen.
Sie ist so lang, dass man einen Marathon auf ihr veranstalten koennte und so einsam, dass ausser ein paar Kuehen und Rancharbeitern keiner zum Zuschauen und Anfeuern anwesend waere.
Leider muessten die Laeufer ausserdem unterwegs verdursten - was mir gestern fast passiert waere - denn auf den kompletten 42 km gibt es keinerlei Moeglichkeit, seine Wasserflasche aufzufuellen. Wenn man nicht gerade an wildfremde Wohnwagentueren oder einsamen Farmhaeusern mit grimmigen Bewohnern anklopfen moechte. Aber sooo schlimm war mein Durst dann auch wieder nicht als dass ich es mit Rottweilern, Pitbulls und Schrotflinten haette aufnehmen wollen. Ich sollte nur naechstes Mal dran denken, 2 oder mehr volle Wasserflaschen mit auf die Reise zu nehmen.

Was hatte ich nun auf dieser Strasse zu suchen?
Zuerst mal: Ich war auf dem Rad und nicht laufend unterwegs. Da bin ich zum Glueck auf der Marathondistanz doch ein wenig schneller als der gelaufene Weltrekord. Und ich bin natuerlich auch noch weiter gefahren als nur auf der unsaeglichen Nova Road, vor der ich mich durch frueher Erfahrung gepraegt schon vor Antritt der Fahrt gegruselt habe. Sie ist einfach zu lang, zu geradeaus, zu einsam und zu eintoenig. Bei Gegenwind kommt sie einem noch mal doppelt so lang vor.

Also, am Sonntag ist Triathlon und damit fuer mich so ziemlich das Ende meiner Rennradsaison. Ab Montag muss ich mich endlich wieder mehr aufs Laufen konzentrieren, um mich fuer den Halbmarathon in Ohio im September fit zu machen und dann endlich ins Marathontraining einzusteigen. Eine gute Gelegenheit gestern also fuer eine letzte Ueberlandfahrt, denn die Strecke ist einfach zu finden und mit 69 Meilen (111 km) gerade richtig fuer eine Tagestour. Ich bin auch extra Freitag schon gefahren, um mich Samstag fuer den Triathlon noch ein bisschen ausruhen zu koennen.

Um 12 Uhr mittags bin ich also losgefahren, nach 800m hat mein Tacho den Geist aufgegeben, aber davon habe ich mich dann auch nicht weiter beeindrucken lassen. Der erste Stop nach einer halben Stunde wie immer an der County (= Kreis) Grenze am St. Johns River. Als Weggefaehrten hatte ich wie immer meinen kleinen Waschbaeren aus Provincetown (Cape Cod) dabei, den ich von Jon zum Geburtstag bekommen hatte.


Vor der Nova Road haette ich noch mal meine Trinkflasche auffuellen und mir eine zweite Flasche Wasser besorgen sollen, denn es war auch ganz schoen warm (wenn auch bewoelkt), aber ich dachte ich komme schon hin.
Das war ein Fehler!
Die Strasse zog sich in die Laenge wie immer und ich brauchte alle meine Ablenkungsspielchen um durchzuhalten. Zum Glueck hatte ich mein iPod mit Laufpodcasts mit, die ich anhoeren konnte. Nach jeder Meile rechnete ich mir aus, wie lange ich bei einem bestimmten Schnitt a) bis zur naechsten Meile und b) bis zum Ende der Strasse brauchen wuerde.


Ab und zu verzweifelte ich, denn natuerlich hatte der Wind, der die ganze Woche lang fleissig aus Osten geweht hatte gedreht und kam nun aus Suedwesten, also genau daher wo ich hinwollte.
Aber immerhin: Wenn man diesen Marathon dann endlich geschafft hat kommt einem eine einfache Shell-Tankstelle am Ende der Strasse vor wie eine Oase in der Wueste.
Eine Flasche Wasser und eine Flasche Coke Zero waren schnell geleert und schon ging es mir wieder viel besser. Nach einer Kaffeepause mit zwei Donuts etwas spaeter fuehlte ich mich schon wieder ganz frisch und wohl und als ich wieder eine Stunde spaeter endlich ein Starbucks fand war die Welt wieder komplett in Ordnung und nicht mal der Platten, den ich mir 10 km vor Ende der Tour noch einhandelte konnte mich noch sonderlich aufregen.

Im Hotel angekommen sprang ich als erstes in den Pool, auch wenn es mittlerweile regnerisch und frisch war, und legte mich dann fernsehend ins Bett um auf Jon zu warten, der mit dem Truck, zwei weiteren Fahrraedern und unserer kompletten Triathlon-Wochenendausruestung gegen acht Uhr abends endlich auch angereist kam.

17.7.08

Summertime - And The Running Is Not Easy



Ich bin ja sowas von langsam, das gibt's gar nicht!
Dabei hatte ich meinen Lauf heute so schoen geplant:
Das Fahrrad am Meilmarker 14 des Space Coast Marathons abgeladen.

Damit hatte ich bei Meile 13 einen Trinkbrunnen.
Am Meilmarker 10 eine Flasche Gatorade deponiert.

Weitergefahren zum Meilmarker 7.

Die naechste Parkmoeglichkeit genutzt, den Truck stehen gelassen und zurueck zum Meilmarker 7 gegangen und gejoggt, um mich schon mal aufzuwaermen.

Hoert sich nach perfekter Planung an, aber leider haben mir die Leute von Lowes, die eigentlich heute unsere neue Garagentuer einbauen wollten, einen Strich durch die Rechnung mit dem Ausnutzen der Morgenkuehle gemacht (was fuer ein Satz!)
Erst klingelt puenktlich um 7 das Telefon: "Es ist Regen angesagt, wir kommen heute nicht." Na prima, dann koennte ich ja im Prinzip direkt los. Aber halt!
"Ich geh grad mal in mein Buero und rufe zurueck, um einen neuen Termin auszumachen."
Warte ich eben noch eine Viertelstunde (dachte ich).
Nachdem ich so ziemlich alle Blogs gelesen hatte und sich der Mensch immer noch nicht gemeldet hatte war es schon wieder neun Uhr. Immer noch relativ kuehl, aber ich musste ja noch oben beschriebene Fahrrad-Ablade-Aktion starten und das dauert natuerlich auch eine Weile.
Kurz vor zehn konnte ich endlich loslaufen und da merkte ich gleich, dass es doch langsam waermer wurde. Von Regen natuerlich keine Spur. Haetten die auch die Tuer einbauen koennen!
Es wurde waermer und waermer und obwohl ich schon langsam losgelaufen bin, wurde ich auch im Verlauf der naechsten 7 Meilen nicht wirklich schneller, sondern eher NOCH langsamer.
Anstrengend war's und ich war froh, alle drei Meilen Trinkpausen einlegen zu koennen. Doch gut geplant.
Meine Zeit jedoch war mehr als schlecht. Schon in Kalifornien hatte ich gedacht, nie wieder ueber eine Stunde fuer sieben Meilen (11,3 km) brauchen zu muessen, heute dauerte mein Lauf - Trinkpausen sogar noch abgezogen - 1:03:34.
Endlich beim Fahrrad angekommen war ich wieder froh, eine volle Wasserflasche im Flaschenhalter zu haben. Die nahm ich mir zur Abkuehl-Geh-Runde mit, trank und schuettete mir das Wasser teilweise ueber den Kopf. Die Fahrt zum Auto zurueck war auch nicht gerade ein Zuckerschlecken, weil ich vergessen hatte, die Fahrradschuhe zurueckzulassen und die Strecke unterschaetzt hatte, aber insgesamt war die Idee, eine Strecke zu laufen statt auf halbem Weg umkehren zu muessen, ganz gut. Da war ich immerhin motiviert genug, bis zum Ende durchzulaufen.

Ich bin einfach noch nicht wieder and die Hitze und Schwuele gewoehnt. An der Temperaturtabelle sieht man, wie schnell es sich im Laufe des Laufes aufgewaermt hat. Die Prozentzahlen geben die Luftfeuchtigkeit an. Bei dem Wetter ist das Laufen einfach nur muehsam, vor allem wenn man sowieso gerade erst wieder richtig angefangen hat!

09:40 76.9 °F / 24.9 °C 90%
09:50 77.2 °F / 25.1 °C 90%
10:00 77.6 °F / 25.3 °C 89%
10:10 77.9 °F / 25.5 °C 88%
10:20 78.5 °F / 25.8 °C 86%
10:30 79.9 °F / 26.6 °C 84%
10:40 81.1 °F / 27.3 °C 82%
10:50 83.0 °F / 28.3 °C 78%
11:00 83.6 °F / 28.7 °C 77%

Steig auf dein Rad und fahre!

Die Idee ist aus einem anderen Blog geklaut, aber das Video und das Lied haben mir so gut gefallen, dass ich das hier auch noch mal vorstellen muss.
Zumal ja sowieso das Fahrradfieber ausgebrochen zu sein schein!



Morgen fahr ich mit dem Rad nach Clermont, wo Sonntag Triathlon ist.
Und danach wird endlich wieder richtig gelaufen!

10.7.08

Mein Triathlon-Training

... neigt sich dem Ende zu.
Nur noch 10 Tage bis zum Sprint-Triathlon in Clermont und damit geht auch die Zeit mit der YMCA-Triathlon-Gruppe zu Ende.
Das bedeutet auch nur noch zweimal Schwimmen morgens um sechs und danach kann ich die fruehe Zeit und Morgen"kuehle" wieder zum Laufen nutzen. Ich muss ja sagen, dass ich mich in den letzten 10 Wochen schon um einiges verbessert habe im Kraulen, aber schnell ist was anderes.
Auch wenn ich nicht superschnell brustschwimmen kann, ich bin immer noch wesentlich schneller als beim Kraulen, und das mit weniger Anstrengung.
Beispiel gefaellig?

23. 6.
400m Brust: 9:45
400m Kraul: 11:48

26. 6.
100m Kraul: 2:34; 2:31; 2:35; 2:46; 2:44
100m Brust: 2:24; 2:23; 2:18

Dann der Road Trip und damit eine Woche Schwimmpause, bis ich Dienstag wieder "ran" musste.

8. 7.
300m Brust: 7:09; 6:56
50m Kraul: 1:22; 1:14; 1:08
50m Brust: 1:09; 1:06; 1:03

10. 7.
100m Brust: 2:18; 2:21; 2:21
100m Kraul: 2:54; 2:47; 2:49
50m Brust: 1:07; 1:06; 1:08
50m Kraul: 1:22; 1:23; 1:18

Diese Zeiten sind fuer mich ein absolut vernuenftiger Grund, im Rennen auf jegliche Kraulversuche zu verzichten.

Auch beim Radfahren habe ich mich waehrend des Trainings verbessert, was ich vor allem auf die langen, mehrtaegigen Touren zurueckfuehre.
Nur als Beispiel hier die erste Fahrt nach dem Boston Marathon, die erste Fahrt nach der viertaegigen Tampa-Tour, die erste Fahrt nach der dreitaegigen Hontoon-Island-Tour und die erste Fahrt nach der Kalifornien-Tour
25 Apr 08; 9.62 Miles; 40:08; 14.38 Mph
27 May 08; 14.18 Miles; 53:23; 15.94 Mph
24 Jun 08; 20.61 Miles; 1:12:18; 17.10 Mph
9 Jul 08; 12.06 Miles; 45:59; 15.74 Mph

Dazu muss ich sagen, dass ich gestern die letzten 5 Minuten absichtlich ganz langsam gefahren bin, denn schliesslich stand ja direkt im Anschluss noch der Lauf an.
Allein vom Gefuehl her ist das Radfahren leichter und nicht mehr so anstrengend wie zu Beginn des Trainings. Ich bin mal gespannt, was ich da im Rennen fuer einen Schnitt rausholen kann! Clermont besitzt so ziemlich die einzigen Huegel von ganz Florida, aber nach dem Bergtraining in Kalifornien und Tennessee brauche ich mir da wirklich keine Sorgen zu machen.

Uebers Laufen brauchen wir im Moment gar nicht zu sprechen. Ich bin zum Heulen langsam und es ist ziemlich anstrengend. Vor dem Road Trip musste ich mehrere Laeufe, die eigentlich 11 km (7 Meilen) werden sollten, abbrechen, weil ich nicht mehr konnte. Nicht aus Schmerzen von meiner Verletzung, die laesst mich naemlich relativ in Ruhe, sondern weil ich zu kaputt war. Das finde ich besonders traurig, weil im Marathontraining meine einfache Standardrunde 13,5 km lang war, die ich in etwas ueber einer Stunde geschafft habe ohne weiter darueber nachzudenken. So seltsam es klingt, aber bei diesem Triathlon wird wohl das Laufen limitierender Faktor sein. Andererseits sollte ich froh sein, dass meine Kondition so im Keller ist und es als Schutz vor Ueberlastung meiner Verletzung sehen. Frustrierend ist es aber trotzdem!

Geuebt haben wir heute mit der Gruppe noch den Wechsel vom Schwimmen zum Radfahren und anschliessend zum Laufen. Dabei sind wir nur einmal um den Parkplatz gefahren und auch nur ein paar Meter gelaufen, um das Ganze zweimal durchspielen zu koennen. Und siehe da, alle hatten beim zweiten Mal bessere Zeiten. Es lohnt sich also doch, sich ein bisschen mehr auf den Wechsel zu konzentrieren als ich es bisher getan habe.

Insgesamt muss ich sagen, dass ich mir von der Gruppe mehr erhofft hatte. Die meisten Versprechungen, die am Anfang gemacht wurden, sind nicht eingehalten worden. Ernaehrungsseminar? Laufschuhanalyse? Anpassen des Fahrrads? Gruppentreffen alle zwei Wochen? Fehlanzeige.
Die Gruppenfahrten und -laeufe am Wochenende konnte ich selten mitmachen, weil wir staendig unterwegs waren und selbst zum Schwimmtraining dienstags und donnerstags in aller Herrgottsfruehe ist der Trainer oft nicht erschienen, ohne vorher (oder nachher) abzusagen. Da sind wir alle schon recht enttaeuscht. Aber auch die Gruppe selber ist nicht besonders regelmaessig zum Training erschienen, mehr als 5 waren wir aeusserst selten, eher 2 oder 3 Leute. Gruppenlaeufe waehrend der Woche gab es nicht. Wenn der Trainer eine email aussendet und die Leute bittet, einen Gruppenlauf zu organisieren, dann kann das doch eigentlich gar nicht funktionieren.
Sehr schoen waren und sind aber meine Laeufe mit Brittany, die wir etwa einmal pro Woche zusammen durchfuehren. Wir haben schon beschlossen, dies auch nach Beendigung des Trainings beizubehalten.

Schon wieder so ein langer Eintrag. Sieht ganz so aus als haette ich im Moment einfach zu viel Zeit. Aber das wird sich sicher bald auch wieder aendern und so geniesse ich es besonders, mich ganz auf mein Training konzentrieren zu koennen.

9.7.08

Ein Trainingstag in Florida

So sieht vielleicht in etwa auch der Tag eines Profi-Laeufers aus. Dessen Laeufe sind natuerlich wesentlich weiter und schneller, aber ansonsten koennte ich mir vorstellen, dass es so aehnlich ist wie bei mir heute. Alles darauf ausgelegt, besser zu laufen.

Als erstes hatte ich morgens endlich meinen ersten Termin beim Physioterapeuten. Eigentlich hatte ich den schon am Montag, aber durch die ganze Reiserei hatte ich den vollkommen vergessen. Egal, heute war ich jedenfalls zum ersten Mal da und wurde nach einer langen Aufwaermphase auf dem Ergometer richtig gut durchgedehnt. Alles lief darauf aus, meine schiefen und steifen Hueften schoen geschmeidig und gerade zu bekommen und tatsaechlich war die Therapeutin am Ende der Stunde sehr zufrieden mit mir. Eine Kraeftigungsuebung war auch dabei, bei der ich auf der linken Seite liegend das linke Bein 5 Sekunden lang anheben musste, das ganze 3x20 Mal und mit 2 Pfund Gewicht am Bein.
Ausserdem habe ich Hausaufgaben bekommen und muss die Dehnuebungen jetzt zweimal pro Tag durchturnen.

Ich war also so richtig schoen locker, genau richtig fuer ein nettes Laeufchen. Um halb zehn war ich mit Brittany verabredet. Wir liefen eine halbe Stunde auf dem Cocoa Beach Causeway, der die vorgelagerte Insel mit dem Festland verbindet. Dadurch dass wir auf beiden Seiten vom Wasser umgeben waren, war es zwar natuerlich heiss und schwuel, aber nicht zu schrecklich. Ausserdem hatte sich die Sonne hinter Wolken versteckt. Fuer Florida-Verhaeltnisse gut zu laufen.



Zu zweit laeuft es sich leichter, wir hatten uns viel zu erzaehlen und konnten sogar noch negative Splits rausholen. So soll es sein!
Vorher und nachher gehen wir immer je fuenf Minuten zum Warmwerden. Die Physiotherapie direkt vorher tat ihr uebriges, den Lauf angenehm und schmerzfrei zu gestalten.

Zum Abkuehlen haette ein Profi nun wohl ein Eisbad genommen, aber ich hatte ja den Atlantik direkt vor der Nase. Das muss man ausnutzen, also bin ich statt in eine mit Eiswuerfeln gefuellte Badewanne lieber in den noch einigermassen kuehlen Ozean gesprungen. Wunderbar erfrischend, auch wenn ich schon nach ein paar Minuten am Strand wieder anfing zu schwitzen. Ein kleiner Post-Run-Snack (Muesliriegel und Grapefruit), nochmal ins Wasser und ich machte mich wieder auf den Weg nach Hause.

Unterwegs noch ein paar Lebensmittel fuers Abendessen einkaufen und tanken.

Nach dem Mittagessen (zwei Foccacia-Broetchen mit Calamares und eine rote Paprika) und dem Eintragen meines Laufes ins Trainingslog war ich so muede, dass ich mich erstmal ein Stuendchen hingelegt habe und tatsaechlich tief und fest eingeschlafen bin.

Durch das Mittagsschlaefchen gut ausgeruht und gestaerkt war ich bereit fuer eine Koppeleinheit. Der naechste Triathlon ist nicht mehr weit, am 20. Juli in Clermont, und ich wollte doch vorher noch mal ein bisschen den Wechsel ueben.

Was ich nun absolut nicht verstehe ist ein etwas unpraktisches Phaenomen, das sich seit meinem letzten Sturz an einer roten Ampel immer wieder zeigt. Ich bin mal wieder nicht richtig aus den Pedalen gekommen und einfach zur Seite umgefallen. Normalerweise ja kein Problem und ich selbst war auch nicht verletzt, aber aus dem Vorderreifen war die Luft raus. Kein Loch im Schlauch, nichts was auf einen Platten hinweist. Also aufgepumpt und weitergefahren. Das war schon vor zwei Monaten oder so und seitdem kann der Vorderreifen keine Luft mehr halten. Das heisst, fuer eine Fahrt geht es, auch fuer eine lange Fahrt, sogar die beiden Drei-Tages-Touren in letzter Zeit waren kein Problem. Aber dann ist die Luft wieder komplett raus. In Tennessee und auch heute wieder war keine Luft mehr im Reifen und ich musste ihn komplett neu aufpumpen. Man koennte jetzt mit veraendertem Luftdruck auf der Reise ueber den Kontinent argumentieren, aber damit waere das Raetsel, warum es immer nur das Vorderrad betrifft, auch nicht geloest. Ich habe seitdem immer wieder den Druck im Hinterreifen gemessen und er war immer in Ordnung. Hinten verliere ich keine Luft, nur vorne. Da ich absolut kein Spezialist auf dem Gebiet bin, werde ich das Rad wohl schon wieder zur Reperatur geben muessen.

Immerhin sorgte das Aufpumpen des Rennradreifen, der praller sein muss als ein "normales" Fahrrad, auch heute dafuer, dass ich schon vor Antritt der Fahrt ein bisschen aufgewaermt war. Die Laufschuhe standen in der Garage bereit und nach 45 Minuten unspektakulaerer Fahrt kehrte ich nach Hause zurueck. Ich achtete darauf, die letzten 5 Minuten nicht mehr zu viel Gas zu geben, oeffnete schon mal die Klettverschluesse der Radschuhe und zog die Fuesse nur mal so zum Ausprobieren noch beim Fahren aus den Schuhen, die ich an den Pedalen angeklippt liess. Ich glaube allerdings, dass mich diese Technik doch zu viel Zeit kostet, vor allem weil ich nicht mehr viel Zeit zum Ueben habe. Im Rennen sollte ich dann doch lieber die Schuhe erst in der Wechselzone ausziehen.
Heute Nachmittag schluefte ich flink in die Laufschuhe, die ich dank der Gummi-Schnuersenkel nicht mal mehr schnueren musste und war eine halbe Minute spaeter schon wieder unterwegs.
Da ich ja langsam wieder anfangen muss, heute Morgen schon eine halbe Stunde gelaufen bin und die Radtour doch in den Beinen spuerte hatte ich mir zwei Meilen (3.2 km) vorgenommen, die ich in unter 16 Minuten schaffen wollte. Zur Halbzeit sah es mit 8:11 noch nicht so aus, aber ich hatte mich inzwischen vom Radeln erholt und konnte noch einen Zahn zulegen. Nach 15:52 Minuten kam ich gluecklich und zufrieden wieder zu Hause an. Natuerlich darf man danach die 5 Minuten Joggen und 5 Minuten gehen nicht vergessen, auch wenn das bei dem Wetter nicht wirklich zur Abkuehlung beitraegt. Immerhin geht der Puls runter und das ist ja auch schon mal was.

Das Wasser aus dem Gartenschlauch, mit dem ich mich schliesslich abduschte, war nicht kalt genug um mich wirklich komplett abzukuehlen, aber das war im Prinzip auch gar nicht schlimm, denn so waren meine Muskeln zum anschliessenden Yoga immer noch gut angewaermt. Ich hatte schon gedacht, es nicht mehr bis 5 zum Fitness Center zu schaffen, aber dann hat es doch geklappt und zum zweiten Mal am Tag wurde ich eine Stunde lang so richtig schoen durchgedehnt und entspannt. Eine neue Lehrerin gestaltete die Stunde etwas anstrengender als sonst, aber sehr effektiv. Neben dem Dehnen kam die Kraeftigung nicht zu kurz und ich kam sogar wieder ins Schwitzen. Hier verstand mal wirklich jemand sein "Handwerk".

Wunderbar entspannt kam ich nach Hause, wo Jon schon auf mich wartete und machte mich an die Zubereitung des Abendessens.
Ein Vorteil an dem Road Trip ist, dass ich durch das ganze Fast Food, das wir auf der Reise an Truck Stops und Tankstellen gefuttert haben, wieder sehr motiviert bin, selber zu kochen und gutes, gesundes Essen auf den Tisch zu bringen. Es geht doch nichts ueber frische Zutaten und Porzellangeschirr!
Das Rezept fuer die Fajitas, ein leckeres mexikanisches Gericht, hab ich vor Ewigkeiten aus einer Kaesepackung ausgeschnitten und in Kalifornien ziemlich oft gemacht, weil es eins der wenigen Gerichte ist, die Jon auch mag.

Es geht so:
1 Zwiebel und 2 Paprika in duenne Streifen schneiden
Zwiebel mit 1 Essloeffel Olivenoel bei mittlerer Hitze 4-5 Minuten in der Pfanne braten, bis sie glasig wird. Oft umruehren.
Die Paprika hinzugeben und 2-3 Minuten lang weich kochen.
1 Pfund (0.45 kg) Shrimp (ich habe Krebsimitat genommen) hinzugeben und 3-5 Minuten weiter kochen, bis das Fleisch durchgebraten ist.
Salz, Pfeffer, Chilipulver und 3 Essloeffel Zitronensaft hinzugeben und umruehren.

10-12 Tortillas (wir hatten nur vier Vollkorntortillas) in der Mikrowelle aufwaermen und mit Kaese, kleingeschnittenen Salatblaettern und Tomaten, Salsa, Sauercreme (wir hatten die fettfreie Variante) und Guacamole (habe ich aus einer Avocado und Guacamole Mix frisch gemacht) servieren.
(Dazu gab es bei uns noch schwarze Bohnen und braunen Reis)

Wenn das nicht ein idealer Lauf- und Triathlontag war, dann weiss ich auch nicht. Langweilig war es auf jeden Fall schon mal nicht und dann noch mal nicht zu anstrengend! Morgen frueh muss ich wieder um 6 in den Pool huepfen, deswegen wird dieser Tag wohl sehr bald fuer mich zu Ende sein.

Zwischendurch habe ich noch ein interessantes Video gefunden, in dem der Aufbau der Wechselzone beim Triathlon erklaert wird und worauf man besonders achten muss. Sehr interessant!
<-KLICK->

8.7.08

Road Trip


10000 km in 10 Tagen, da sitzt man doch recht viel im Auto rum.
Dann noch die Radtour zum Yosemite National Park in Kalifornien, durch die das Laufen an diesen Tagen auch flach fiel und schon bin ich doch ein bisschen erleichtert, zumindest im Moment kein Streak-Runner mehr zu sein.
Ein bisschen gelaufen bin ich aber doch auf der Reise, immer wenn Zeit war, und das war genau zwei Mal.

Donnerstag haben wir uns erst gegen Nachmittag wieder auf die Reise gemacht und ich konnte am fruehen Morgen eine Stunde an einem Bewaesserungskanal entlang laufen. Ganz langsam nach den vielen bergigen Radkilometern der drei vorhergehenden Tage, aber trotzdem war es ein herrlicher Lauf von etwas ueber 10 km.

Auf der Rueckfahrt hatte ich wieder bis Tennessee absolut keine Gelegenheit zum Laufen. Freitag Morgen haben wir drei Stunden Pause bei Stephanies Vater, einem Missionar in einer Indianerreservation, gemacht. Die gingen natuerlich komplett fuer Schlafen, Fruehstuecken und Pferde Versorgen drauf. Nach einer langen Fahrt nach Oklahoma, wo wir um 11 Uhr nachts unser Hotel erreichten, konnte ich noch fuer ein paar Minuten in den Pool springen bevor wir wieder wie tot ins Bett fielen und vor dem Aufbruch um 5 war auch keine Zeit mehr fuer irgendwelche sportlichen Aktivitaeten.
Ganz anders sah es dann in Tennessee aus. Stephanies Ex-Mann, mit dem sie immer noch gut befreundet ist, hatte sich bereit erklaert, uns ueber Nacht aufzunehmen und da sie auch noch ein bisschen Zeit mit ihm verbringen wollte, hatten wir schon um kurz nach sechs die Pferde in einem Mietstall untergebracht und in seiner Wohnung angekommen. Ein etwas flotterer Lauf von einer halben Stunde war da fuer mich drin, waehrend sie sich nach der langen Fahrt die verspannte Rueckenmuskulatur massieren liess.

Am Sonntag Morgen trennten sich unsere Wege dann erstmal. Ich stieg um 6 Uhr auf mein Rennrad, waehrend sie noch ein bisschen weiter schlief, die Pferde versorgte und in den Haenger lud und sich dann ebenfalls auf die Reise machte. Wie verabredet trafen wir uns an der Ausfahrt 78B der Autobahn I-24. So konnte ich noch ein bisschen Huegeltraining bekommen, meine Beine bewegen und ein kleines Stueck Tennessee kennenlernen. Fuer die 43 km habe ich eine Stunde und 48 Minuten gebraucht und sage und schreibe DREI Aldi-Laeden gesehen, die leider noch geschlossen waren. Das einzige Aldi, das ich bisher in Amerika gesehen habe, war in Omaha, Nebraska. Normalerweise sind die hier also nicht so furchtbar dicht gesaeht. Aber wie's aussieht soll hier im Ort auch bald einer gebaut werden. Ich bin mal gespannt!

Hier noch eine Kurzbilanz der Reise
10000 km im Auto
376 km auf dem Rennrad
16 km gelaufen

Benzin insgesamt $3000 (musste ich zum Glueck nicht bezahlen...)
Insgesamt 2 Frauen, 6 Pferde und 2 Hunde unterwegs
Zu wenig Schlaf
Zu wenig Bewegung
Zu viel Fast Food, Studentenfutter, Chips und Schokolade (Wir mussten Schlaf durch Fett, Zucker und Koffein ersetzen...)
Zu viele Tankstellen (nach einer Weile sehen alle gleich aus)
3 kg zugenommen
Florida, Georgia, Tennessee, Arkansas, Oklahoma, Texas, New Mexico, Arizona und Kalifornien gesehen
Stephanies Familie und Freunde kennen gelernt
Unheimlich viel erlebt
Unzaehlige Vegetations- und Klimazonen durchfahren
Zum ALLERERSTEN Mal in meinem Leben einen Vierpferdeanhaenger mit lebender Last bewegt
Jon vermisst
Eine wunderbare, herrliche, einzigartige Reise und ich bin froh, dass sie zu Ende ist!
Eine einmalige Erfahrung und ich bin froh, sie gemacht zu haben!

Fotos von den Radtouren gibt's hier:
Vierter Tag: Radtour nach Midpines

Fuenfter Tag, Teil 1 und Teil 2: Radtour zum Yosemite National Park

Sechster Tag: Radtour zurueck nach Turlock

Zehnter Tag: Radtour in Tenessee, weiter nach Florida


Fotos vom Rest der Reise in Brownies Blog
Stephanies Sicht der Dinge in Spotted T's Riding Blog