30.11.08

Space Coast Marathon II


Ich hab's ja letztes Jahr schon mal versucht und hatte mir eigentlich geschworen, keinen Marathon mehr in Florida zu laufen.
Haette ich mich mal dran gehalten!
Aber da war dieser 38,6 km lange Lauf, der heute auf dem Programm stand und ich dachte es waere doch nett, den mit dem Marathon hier im Ort zu verbinden. Die paar extra Kilometer machen dann ja den Kohl auch nicht mehr fett. Ich wollte auch nur mein normales Langer-Lauf-Tempo laufen. Wie sich der geneigte Leser vielleicht erinnert, waren meine langen Laeufe bisher alle ziemlich gut und so war ich zuversichtlich, dass auch dieser ganz gut laufen wuerde.

Die erste Haelfte war dann auch in Ordnung. Ich lief mein geplantes Tempo, nicht zu schnell und nicht zu langsam. Leider war es schwueler als den ganzen November lang und ziemlich windig. Da der Wind aus dem Sueden kam war das erste Viertel, das in Richtung Norden gelaufen wurde, besonders einfach. Dann umkehren und Richtung Sueden. Das war schon nicht mehr ganz so witzig, aber noch ok. Meile 13 widmete ich wie geplant unserem armen, verletzungsgeplagten Hasen. Das war so ziemlich die letzte gute Meile. Gut ausgesucht, Kerstin!

Hier sah ich auch zum ersten Mal Jon, der mich am Start abgeliefert hatte und dann erstmal selber laufen war, bevor er mit der Kamera bewaffnet immer wieder auf der Strecke auftauchte und ganz viele Kuesse bekam.

Dann bogen die Halbmarathonlaeufer rechts ab ins Ziel, aber die Marathonlaeufer mussten weiter nach Norden, eine weitere Stunde gegen den immer staerker werdenden Wind laufen. Die Halbmarathonmarke ueberschritt ich in 1:54:xx. Mein langsamster Halbmarathon bisher, aber noch gut in der Zeit.

Wie gesagt, ich war nun schon fast eine Stunde gegen den Wind gelaufen mit der Aussicht auf eine weitere. Nicht nur meine Kraft, auch meine Motivation liess nun immer mehr nach. Ich hatte gar keine Lust mehr zu laufen und mich hier kaputt zu machen, wo ich doch fuer Arizona fit sein will. Dass es sich um einen geplanten Trainingslauf handelte konnte ich sehr erfolgreich verdraengen.
Schon bald kamen die ersten Gehpausen, und wenn man damit erstmal anfaengt und graessliche Zahlen auf dem Forerunner sieht, ist es ganz vorbei. Ja, ich habe die zweite Haelfte noch durchgezogen und NICHT aufgegeben - das kam ja schon mal gar nicht in Frage - aber wie? Gegangen, gelaufen, gejoggt, wieder gegangen, hingesetzt, stehen geblieben. Das war der schlechteste Lauf des gesamten Trainings. Furchtbar!
Immerhin, ich war doch wirklich froh, dass es nicht mein "Hauptmarathon" war, fuer den ich monatelang trainiert habe, sondern dass ich diesen Lauf einfach unter "schnell vergessen" abhaken kann.
Und die Bilder, die Jon gemacht hat, sind auch noch ziemlich gut geworden. Man sieht schon, dass ich den Lauf nicht ernst genug genommen und mich nicht genug angestrengt habe.

Ins Ziel kam ich schliesslich nach vier Stunden und 13 Minuten. Und ich hatte gedacht, unter vier Stunden waere allemal locker drin. Aber da hatte ich wohl vergessen, dass - zumindest fuer mich - die Woerter "locker" und "Marathon" einfach nicht zusammen passen. Einen Marathon muss ich aus vollem Herzen und hoch motiviert laufen, sonst wird das nichts.

Egal, wenn wir hier ein Muster sehen - jeweils ein guter und ein schlechter Marathon im Wechsel - dann kann ich fuer Arizona ja doch noch hoffen und bin froh, dass ich den schlechten jetzt erst mal weg habe. Das wird schon wieder!
Bilder I HIER KLICKEN
Bilder II HIER KLICKEN!

Kommentare:

Cecile hat gesagt…

Machst dir nichts draus. War eben nicht dein Tag. Außerdem war es ja einen Trainingslauf...

Pienznaeschen hat gesagt…

Dein Shirt steht Dir unheimlich gut, Du schaust super aus und hey, es war ein Trainingslauf und ich glaube Dir gerne Einen Marathon muss ich aus vollem Herzen und hoch motiviert laufen, sonst wird das nichts.
Also Häckchen dran und freuen wir uns auf Arizona.

Indy hat gesagt…

Na, da bist Du aber schon auf dem Pfad zur dunklen Seite der macht unterwegs - Marathon als Vorbereitungslauf...
Das sind Dinge, die man nicht zu ernst nehmen sollte - also die Zeiten oder die gefühle, die sich in dem Lauf ergeben - außerdem hast Du einen Marathon "nur so" ja zum ersten Mal gemacht - also Schwamm drüber! Wichtig ist, dass Du durchgekommen bist und die Regeneration nicht zu lange dauert!

Irgendwann bist Du dann soweit und läufst die Dinger "Nur so aus Spaß!"

Anja Ridlberg hat gesagt…

Auf keinem Foto siehst Du aus, als ob Du Dich ärgerst. Auch das Grinsen beim Trinken des Cocktails steht Dir gut;-)) Wenn es also dem Ego nicht allzu weh getan hat, ist es doch gut. Schöne Fotos.

ultraistgut hat gesagt…

Schwül - in Florida, wenn ich deine nackigen Arme so sehe, dann kann ich es mir im Moment überhaupt nicht vorstellen, dass es woanders warm sein soll ! Lustig !

Nimm's leicht, sieh' es als gelaufene Kilometer, die hast du im Sack, Marathon ist Marathon auch zur Vorbereitung auf DEN Marathon bestens geeignet, Kopf hoch, Brust raus und vorwärts zum nächsten Abenteuer ! Was du hast, das hast du !

Hase hat gesagt…

Danke dir! :o) *knuddel*

Kerstin hat gesagt…

Cecile, ich mach mir immer weniger draus ;-) Auch fuer einen Trainingslauf war es grottenschlecht.

Pienznaeschen, danke fuer das Kompliment! Das ist eigentlich ein Radlershirt, aber ich ziehe es auch sehr gerne zum Laufen an. Wunderbar leicht, mit Taschen auf dem Ruecken und die Farben sind unschlagbar.

Indy, "dunkle Seite der Macht" gefaellt mir! Die Regeneration sollte dank meiner Warmduscherei schon abgeschlossen sein. Ich hatte ja sowieso 24 (statt 26) Meilen auf dem Programm, und die doch wesentlich flotter.

Anja, ich hatte unglaublich schlechte Laune und habe tw. vor mich hingeflucht wie ein Rohrspatz. Aber fuers Foto konnte ich immer wieder lachen. Ausserdem war der Fotograf ja auch immer ein aeusserst willkommener Anblick. Dem Ego geht's schon wieder besser.

Margitta, es war aber auch der unpassendste Tag des ganzen Novembers vom Wetter her. Schon am naechsten Tag war es wieder so viel schoener.

Hase, gern geschehen!