16.12.08

Des Rätsels Lösung?

Ich habe ein Röntgenbild meiner Hüften gesehen und das war gruselig. Ich bin total schief. Das wirkt sich natürlich vor allem auch aufs Laufen aus. Durch die Schiefstellung hat sich meine Schrittlänge verkürzt und natürlich bin ich dadurch auch anfälliger für Verletzungen, die mich ja schon seit Mai immer wieder plagen.
Kürzere Schritte bedeuten langsameres und anstrengenderes Laufen. Die schiefe Hüfte nimmt mir Hindernisse wie Berge und Wind besonders übel, weil sie sich ja sowieso schon mehr anstrengen muss, auf der Ebene die Schiefe auszugleichen und mich vorwärts zu bewegen. Es hängt alles zusammen. Meine unteren Wirbel sind auch kein Grund zum Freuen. Da habe ich eine Fehlstellung und zwei Wirbel stehen zu nah beieinander. Das wirkt sich auch negativ auf Hüften, Knie und Knöchel aus.
Kein Wunder, dass ich nach der ersten Verletzung nie wieder so richtig schnell geworden bin. Das lag nicht am falschen Training oder zu hohem Umfang, sondern vor allem an dieser Schiefe. Je länger die Strecke desto mehr wirkt sich das auf die Leistung aus, desto mehr verkürzte Schritte muss ich machen. Dass ich das noch nicht besonders lange habe kann der Fachmann auch auf dem Röntgenbild erkennen.

Ich bin zwei Wochen vor Boston vom Pferd gefallen, direkt auf den Popo. Das tat nicht mal so schrecklich weh, aber es könnte sich hier immer noch um Nachwirkungen dieses Sturzes handeln. Wenn nun meine Hüfte ein Dutzend Mal eingerenkt wird - und hier hofft der Chiropraktiker auf einen neuen Patienten! - kann dieser ganze Prozess rückgängig gemacht werden und ich kann wieder richtig laufen, mein altes Tempo und muss nicht mehr ständig mit Wehwehchen kämpfen. Das hört sich verlockend an, wird aber nicht von der Krankenversicherung übernommen. Nun sind wir am Überlegen, wieviel meine Lauferei wert ist und wie groß die Chancen, dass durch diese Einrenkerei wirklich wieder alles gut wird. Schön wäre es ja.

Ich bin jetzt, auch wenn es mich ein bisschen gruselt, erstmal erleichtert zu wissen woran es liegt. Nicht an meinem Kopf (mit dem ist alles in Ordnung, der wollte mich nur warnen), nicht am Übertraining, nicht daran, dass ich nach nur zwei Jahren Lauferei den Höhepunkt meiner Leistungsfähigkeit schon überschritten habe. Es liegt daran, dass meine Hüfte schief ist. Und das kann behandelt werden.
Ich dachte schon, ich sollte die wettkampfmäßige Lauferei ganz an den Nagel hängen, wenn es mir nach so kurzer Zeit nicht mehr gelingt schneller zu werden, sondern immer mehr abzuschwächeln. Aber nun habe ich wieder Hoffnung, dass es doch klappen kann. Ein Glück, denn ich brauche den Geschwindigkeitsrausch!

Kommentare:

DiRo Sports hat gesagt…

Jetzt weist Du wenigsten woran es liegt. Das ist schon mal ein großer Fortschritt.
Wenn Du etwas dagegen unternehmen kannst musst Du abwägen was die dein Laufen wert ist.
Und ich bin mir sicher, es ist Dir sehr , sehr viel wert.
Ich wünsche Dir alles Gute dafür!

Indy hat gesagt…

Na, ich kann nur von einem Arbeitskollegen berichten, der das gleiche hatte - er ist bei eisglattem Boden hingefallen und hat sich auch sowas geholt - danach ein paar Monate Knieprobleme und dann kamm der Chiropraktiker - nun trainiert er wieder schmerzfrei für den ersten marathon.

Und ein anderer Kumpel hat sich beim Röntgenlauf den Fuß umgeknickt und das hatte auch auf den Rücken auswirkungen....2 jahre und 2 Knieoperationen, zig Fehldiagnosen später kam man auf den Rücken und die Schiefstellung - jetzt kann er wieder einen schmerzfreien Alltag und dosierten Sport genießen!

Die Frage ist hier nicht mal die Lauferei - Du bist jung und was, wenn Du das nicht behandeln lässt und in 20-30 jahren dann die Folgen zu spüren bekommst??? Ich hab die 2 Leidensjahre meines Kumpels mitbekommen...war schon derbe

Aber das nur am Rande..

Anja Ridlberg hat gesagt…

Ich denke auch, dass man das weniger unter dem Aspekt der Lauferei anschauen sollte. Bei den Umfaengen und Geschwindigkeiten, die Du laeufst, kannst Du auch bei gerade Huefte immer mal wieder verletzt sein. Aber die Nachwirkungen spaeter ohne Sport koennten ja moeglicherweise ein Grund dafuer sein, die Fehlstellung heute zu beseitigen.

ultraistgut hat gesagt…

Gut, dass du dich hast genauer anschauen lassen, um der Ursache für deine Beschwerden auf den Grund zu kommen. Wenn du sagst, es sei reparabel, umso besser - und wie sieht diese " Reparatur " aus. ?

Sicherlich ist es sehr wichtig, weiteren Schäden vorzubeugen, damit du in späteren Jahren beschwerdefrei sein kannst.

Wünsche dir viel Glück !

Hase hat gesagt…

Einfach nur mal solidarische Grüsse von einer, die auch auf den Popo gefallen ist - zwar nicht beim reiten, sondern beim Inlinern, aber egal - und seitdem läuferisch nicht mehr recht glücklich wird.
Alles wird gut!!

Pienznaeschen hat gesagt…

Das hört sich in so weit gut an das es eine Lösung gibt und ich bin mir ziemlich sicher das Du alles probieren wirst - das finde ich richtig und wichtig und so ohne Laufen kannst Du glaube ich gar nicht mehr gut ;), oder?

Kerstin hat gesagt…

Pienznaeschen, die Frage stellt sich gar nicht. Laufen ist fuer mich so natuerlich wie atmen. Damit wuerde ich auch nicht einfach aufhoeren... ;-)